Semantische Analysen von Medizinischen Datenmodellen

Verständnis der semantischen Interoperabilität und Generierung gemeinsamer Datenelemente in der Medizin

Medizinische Fakultäte, Westfälische Wilhemls-Universität Münster (WWU)

Fehlende semantische Annotationen und heterogene Datendefinitionen erschweren die institutsübergreifende Datenintegration sowohl für Forschungs- als auch für Routineanwendungen. Die Teilnehmer*innen dieses Moduls erwerben Kenntnisse zur Ermittlung und Bewältigung aktueller semantischer Herausforderungen bei der Integration medizinischer Daten und entwickeln Kompetenzen zur Analyse vorhandener medizinischer Datenmodelle für die Erzeugung interoperabler gemeinsamer Datenelemente oder Kerndatensätze innerhalb eines beliebigen Krankheitsbereichs. Um dies zu erreichen, werden organisatorische und technische Aspekte der Implementierung von Kerndaten am Beispiel realer Implementierungen in Krankenhausinformationssystemen veranschaulicht.

Zielgruppe: Studierende der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder medizinischen Informatik, die an der Erlangung von Fähigkeiten zur Erzeugung harmonisierter und effizienter Datenmodelle für die elektronische Datenerfassung in Forschungsregistern oder klinischer Routinedokumentation interessiert sind. Medizinstudierende (Thema ihrer Doktorarbeit oder Wahlfach) sowie Ärzt*innen (Weiterbildung) sind ebenfalls willkommen.

Lernziele: Entwicklung praktischer Fertigkeiten für semantische Analysen medizinischer Datenmodelle und die Erzeugung gemeinsamer Datenelemente in verschiedenen Krankheitsbereichen. Das Modul behandelt die Konzepte der semantischen Interoperabilität, Forschungsdatenstandards wie das Operational Data Model (CDISC ODM) oder Metadatenstandards wie ISO 11179. Darüber hinaus können praktische Fertigkeiten für die Verwendung medizinischer Terminologiesysteme, wie beispielsweise das Unified Medical Language System (UMLS), medizinische Kodierungsprinzipien und semantische Analysen mit etablierten Werkzeugen (Varghese et al., 2018) erworben werden. Basierend auf den FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) für das Management wissenschaftlicher Daten werden die Teilnehmer*innen mit einer Metadatenplattform vertraut gemacht, mit der interoperable und wiederverwendbare medizinische Datenmodelle gefunden, abgerufen und erstellt werden können, um harmonisierte Datenelemente zu erzeugen.

Einbettung: Das Institut für Medizinische Informatik der Universität Münster verfügt über langjährige Erfahrung in der Lehre von Medizin- und Informatikstudierenden während der Graduierung und darüber hinaus. Für das Medizinstudium und das Doktoratsstudium (Dr. rer. medic.) an der Medizinischen Fakultät in Münster werden seit 2005 Lehrinhalte in der medizinischen Informatik angeboten. Darüber hinaus wird der Unterricht in medizinischer Informatik für Studierende der Wirtschaftsinformatik und für Studierende der Informatik angeboten.