Terminologien und Ontologien im Gesundheitswesen

Verwendung standardisierter Begriffe als Voraussetzung für die digitale Gesundheit

Charité Universitätsmedizin Berlin, Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH)

E-Health-Anwendungen verändern das Paradigma der medizinischen Dokumentation und Datenanalyse: Eine strukturierte Dokumentation sollte im weitesten Sinne die Kommunikation zwischen Gesundheitspersonal und Forscher*innen erleichtern und nicht für statistische und administrative Prozesse und die Abrechnung verwendet werden. Stattdessen sollten die Daten in die Gesamtpatientenakte und die damit verbundenen Anwendungen wie die Erfassung von Patientenregistrierungsdaten, das Berichtssystem oder die externe und interne Qualitätssicherung integriert werden. Die Daten müssen konsistent, klar, präzise und standardisiert erfasst werden.

Zielgruppe: Mediziner*innen und Student*innen im Gesundheitswesen aus den Bereichen Medizin, Medizinische Informatik, Informatik, Gesundheitswesen, Biometrie, Bioinformatik, Epidemiologie, Pflege, Therapie, Medizinisches Controlling.

Lernziele: Die Teilnehmer*innen lernen den Zweck, die Anforderungen und die Anwendungsszenarien der medizinischen Dokumentation anhand von Terminologie und Ontologien kennen. Die Bedeutung der strukturierten Datenerhebung für wissenschaftliche und administrative Zwecke wird beschrieben. Im Modul Terminologie und Ontologien lernen sie die wichtigsten Regulierungs- und Dokumentationssysteme des Gesundheitswesens kennen. Die Lernenden verstehen und wenden die formalen und inhaltlichen Dokumentationsanforderungen im Gesundheitswesen an. Dieser Kurs beschreibt die Anforderungen an moderne medizinische Terminologiesysteme wie SNOMED CT, LOINC, IDMP, OMICS-Terminologie, ICHI zur Abbildung von Behandlungsverfahren und die internationale statistische Klassifikation von Krankheiten und damit verbundenen Gesundheitsproblemen in der 11. Internationalen Revision "ICD-11" zur Abbildung von Diagnosen im E-Health-Kontext. Darüber hinaus erfahren sie, wie diese Terminologien an Informationsmodelle wie HL7 FHIR gebunden sind.

Die Teilnehmer*innen erwerben die Fähigkeit, mit herkömmlichen Methoden der Dokumentation, Übertragung und Analyse der strukturierten und kommentierten Daten selbstständig ein formal korrektes Verfahren abzuleiten. Die Studierenden werden in die Lage versetzt, mit den verschiedenen Dokumentationssystemen und den damit verbundenen Terminologielisten und Ontologien angemessen umzugehen. Sie wenden die erlernten Systeme im richtigen Kontext an und unterstützen die zugrunde liegenden Arbeitsabläufe und Systeme.

Einbettung: Das Bildungsziel des Berlin Institute of Health (BIH) ist es, eine neue Generation von translational ausgebildeten Forschern in ihrer wissenschaftlichen und klinischen Forschung mit einem integrativen, translatorischen und unternehmerischen Ansatz zu unterstützen. Ziel ist es, Forschungslösungen anzubieten, die die Transformation der medizinischen Versorgung in ein wertorientiertes Modell des 21. Jahrhunderts ermöglichen.